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Fotoautomaten: Der Kult um die Knipskiste

Autor: Anne
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Alte Fotoautomaten, die für 2 Euro einen Streifen mit 4 Schwarz-Weiß-Fotos ausspucken, haben sich zum absoluten Kult-Objekt entwickelt. Besonders in Berlin stehen oftmals Schlangen vor den nostalgischen Fotoautomaten, die in Zeiten von Digital-Fotografie und Handy-Kameras wahren Retro-Charme verbreiten.

Fotoautomaten oder auch Fotokabinen genannt, sind Raumkonstruktionen von etwa 2m x 2m x 1m Ausmaß, welche eine automatische Kamera, sowie eine Fotoschnellentwicklungsmaschine oder einen Bilddrucker enthalten und per Münzeinwurf mit der Aufnahme starten. In den meisten Fotoautomaten werden inzwischen digitale Kameras verwendet, welche die analoge Variante zunehmend verdrängen, diese damit jedoch umso reizvoller macht. So ist es nicht verwunderlich, dass ganze Touristenscharen zu den wenigen Standorten der alten Foto-Kisten pilgern, um sich ihre schwarz-weißen Erinnerungsbilder und spaßigen Schnappschüsse abzuholen.

Fotoautomaten: Die Geschichte eines Erfolgsmodells

Die erste Fotokabine geht auf eine Erfindung des jüdischen Emigranten Anatol Marko Josephewitz zurück, der 1894 in Sibiriern geboren wurde, sich ab 1921 Anatol Josepho nannte und 1923 in die USA einwanderte. 1925 meldete er seine Idee der Foto-Box zum Patent an und stellte den ersten Prototypen, welchen er mit geliehenem Geld erbaute, auf dem Broadway in New York auf. Sein Unternehmen, dass er wie die Fotokabine selbst, Photomaton nannte, war so erfolgreich, dass er die Rechte noch vor der eigentlichen Patenterteilung im März 1927 für eine Million Dollar an Geschäftsleute verkaufte.

Das Erfolgsrezept des Fotoautomaten

Josepho entwickelte eine Kabine, die bis auf die Vorderseite ringsum geschlossen war. Da die ersten Fotoautomaten jedoch in Kaufhäusern aufgestellt wurden, hängte man kurzerhand Vorhänge vor die offene Front, damit die Kunden von dem Blitzlicht der Kamera nicht gestört wurden. Das brachte letztlich den Durchbruch für den Photomaton. Die Abgeschiedenheit und Intimität, die durch die Vorhänge entstand, lockte die Menschen in großer Zahl in die kleine Knipskiste und noch heute ist der Vorhang ein fester Bestandteil der Fotoautomaten.
Findet man die digitalen Nachfolger des Photomatons im Grunde an allen größeren öffentlichen Plätzen, wie Bahn- oder Flughäfen, so muss man nach den nostalgischen Kabinen mit der analogen schwarz-weiß-Technik schon etwas suchen. Auf der Internetseite der Photoautomaten sind jedoch alle Standorte aufgelistet.Similar Posts:



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