Foto-Tipps

Hochzeitsfotos

Als Hobbyfotograf oder professioneller Fotograf ist jeder irgendwann mal an der Reihe, wenn es heißt „Du, wir wollen heiraten. Würdest du die Hochzeitsfotos machen?“ Hochzeitsfotos sind sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber es müssen ja auch nicht immer die abgedroschenen, steifen Bilder sein.

Wer die große Aufgabe bekommt, am wichtigsten Tag im Leben der besten Freunde oder womöglich sogar fremder Leute zu fotografieren, der sollte sich an einige Regeln halten, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten: Wichtig ist erst einmal das Kennenlernen des Brautpaares. Mit welchen Menschen hat man es zu tun und wie reagieren sie in Anwesenheit einer Kamera? Die Kamera kann man übrigens auch gut zu einem Kennenlernen mitnehmen und nebenbei ein paar Schnappschüsse machen. Nicht um gute Fotos zu erhalten, einfach um das Brautpaar an die ungewohnte Situation zu gewöhnen, dann sind sie am eigentlichen Hochzeitstag schon viel entspannter.

Man sollte genau besprechen, welche Vorstellungen die beiden von den Bildern haben. Soll es eher Richtung Reportage oder Portrait gehen oder eine Mischung aus beidem? Außerdem ist es hilfreich für den Fotografen einen Ablaufplan des gesamten Tages zu haben, damit er immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Wenn es sich nicht um Bekannte oder Verwandte handelt, sollte man in Erfahrung bringen, welche weiteren Personen außer dem Hochzeitspaar eine wichtige Rolle spielen, zum Beispiel die Eltern, Geschwister oder Trauzeugen.

Was die technischen und gestalterischen Besonderheiten angeht, empfehle ich euch bei Portraits mit offener Blende zu arbeiten, zum Beispiel Blende 5,6. So stellt ihr eine gewisse Tiefenwirkung durch einen unscharfen Hintergrund sicher, wodurch die Person hervorgehoben wird. Auch in der Kirche werdet ihr aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse gezwungen sein, die Blende zu öffnen und die ISO-Empfindlichkeit zu erhöhen. Aber Vorsicht: Zu hohe ISO-Zahlen führen schnell zu unschönem Rauschen. Achtet außerdem darauf, ob ihr es mit Mischlicht zu tun habt.

Gestalterisch habt ihr viele Möglichkeiten. Etwa Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang, so könnt ihr Bewegungsabläufe sichtbar machen. Achtet außerdem darauf, ab und zu mal bestimmte Dinge, wie einen Blumenstrauß, in den Vordergrund zu nehmen, das macht das Bild gleich spannender. Wechselt auch mal die Perspektive und bringt so Dynamik ins Bild. Das Wichtigste ist, dass die Bilder das Glück des Brautpaares transportieren, dass sie Emotionen zeigen und authentisch wirken. Ein bißchen Übung erfordert das Ganze sicherlich, aber wer es sich zutraut den Mut hat, der wird tolle Bilder abliefern. Ein Beispiel für wirklich gute Hochzeitsfotografie ist übrigens der amerikanische Fotograf Mike Larson.