Foto-Tipps

Mischlicht und Farbtemperaturen

Das Wort „Fotografie“ ist griechischen Ursprungs und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „Mit Licht malen“. Licht ist ein wesentliches Werkzeug in der Fototechnik, wenn nicht sogar das Wesentlichste. Über dieses Thema gibt es so viel zu wissen, dass es den Rahmen dieses Blogs sprengen würde. Deshalb möchte ich euch an dieser Stelle erst einmal die wichtigsten Infos zum sogenannten „Mischlicht“ geben.

Aber was ist eigentlich grunsätzlich Licht? Licht ist nichts anderes als elektromagnetische Strahlung. Diese Strahlung kann unterschiedliche Wellenlängen haben, wonach sich unterschiedliche Farben ergeben. Nicht nur in der Fotografie, sondern vor allem im Alltag begegnen euch unterschiedliche Arten von Licht. Zum einen Tageslicht in Form der Sonne, zum anderen Kunstlicht, das zum Beispiel von Glühlampen erzeugt wird. Wichtig zu wissen ist, dass Kunst- und Tageslicht unterschiedliche Farbtemperaturen haben, das bedeutet, sie besitzen unterschiedliche Rot- und Blauanteile. Tageslicht ist eher bläulich, Kunstlicht hingegen weist einen erhöhten Rotanteil auf. Das Blitzlicht eines Kamerablitzes ist auf das Tageslicht abgestimmt und besitzt eine ähnliche Farbtemperatur. Wirken beide Lichtarten zugleich, spricht man von „Mischlicht„.

Die Divergenz der Farbtemperaturen von Kunst- und Tageslicht kann beim Fotografieren bestimmter Motive die Aufnahmesituation erschweren. Angenommen ihr wollt einen durch Glühlampen beleuchteten Raum fotografieren. Das Motiv zeigt im Hintergrund ein Fenster, durch das Tageslicht herein scheint. Hier wirken also Kunst- und Tageslicht zugleich. Die Kunst ist es nun, den Farbstich aus dem Motiv heraus zu zaubern. Problem bei der ganzen Sache: Stellt ihr den Weißabgleich der Kamera auf Kunstlicht, so wird der Innenraum keinen Farbstich aufweisen. Jedoch wird die Kamera – salopp gesagt – mit der Farbe Blau gegensteuern (um das rötliche Kunstlicht zu korrigieren), so dass das sowieso schon bläuliche Tageslicht noch blauer wird.

Umgekehrt wird es euch gehen, wenn ihr den Weißabgleich auf Tageslicht stellt. Das Licht des Fensters wird farblich korrekt dargestellt, der Innenraum jedoch zu rot.

Was tun, fragt ihr euch jetzt? Die Lösung ist ganz einfach: Verwendet eine sogenannte Farbkonversionsfolie. Diese werden als Filter vor dem Objektiv angebracht und wandeln wahlweise Kunst- in Tageslicht um und umgekehrt. Im oben erwähnten Beispiel könnte man somit das Tageslicht, das durchs Fenster kommt, in Kunstlicht konvertieren und nun den Weißabgleich der Kamera problemlos auf Kunstlicht stellen. Ihr würdet ein farblich korrektes Bild erhalten. Farbkonversionsfolien bekommt ihr übrigens unter anderem bei der Firma Lee.

Natürlich lassen sich Farbstiche auch in der Nachbearbeitung korrigieren. Diese Technik ist allerdings sehr aufwendig und nicht zu empfehlen. Die dritte Möglichkeit ist, den Farbstich zu belassen, da es ja dem natürlichen, menschlichen Eindruck entspricht. Auch hier gibt es wieder kein richtig und falsch. Alles kann, nichts muss.

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