berühmte Fotografen

Nan Goldin

Die amerikanische Fotografin Nan Goldin (*1953) ist gleichzeitig ein Klassiker der modernen Fotografie – zuletzt erhielt sie 2007 den Hasselblad Photography Award – und eine der meistgefürchteten Künstlerinnen der Gegenwart – im selben Jahr wurde eines ihrer Bilder in England wegen des Verdachts der Kinderpornographie beschlagnahmt.

Sie hat sich besonders mit ihrem in den Achtzigern entstandenen Zyklus „The Ballad of Sexual Depency“ als Chronistin einer trostlosen Gesellschaft verdient gemacht. Ihre Fotografien zeigen nicht selten Freunde (oder Goldin selbst) in intimen, verletzlichen Momenten; die Aufnahmen kreisen um die Themen Drogen, Sex, Tod. Mehrfach hat Goldin das Sterben ihrer Freunde dokumentiert; besonders die Bilder von AIDS-Kranken sind erschütternde Zeitdokumente.

Aber Goldin ist nicht nur Chronistin: Sie überhöht die Themen ihrer Arbeit und stellt sie so in einen universalen Kontext; anstelle der Zusammenhänge in ihren Foto-Serien treten scheinbar willkürliche Neu-Anordnungen, deren Ziel es ist, den Zuschauer direkt und emotional anzusprechen. Gelegentlich bedient sich Goldin musikalischer Untermalung oder Dia- und Video-Projektionstechniken. In diesem Zusammenhang bekommen ihre Installationen fast cineastische Qualitäten.

Nan Goldin lebt und arbeitet seit den frühen Achtzigern in New York. In ihren Arbeiten ist sie, ebenfalls seit den Achtzigern, auch der Stadt Berlin sehr verbunden; unter anderem begleitete sie die deutsche Musikgruppe „Die tödliche Doris“ sowohl in Berlin als auch in den Vereinigten Staaten.

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