Robert Capa (1913-54) gilt als der Kriegsreporter schlechthin. Wie die “New York Times” berichtet, sind jetzt rund 3.000 verschollene Aufnahmen des ungarisch-amerikanischen Fotografen aufgetaucht.
Sein berühmtestes Bild, “Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes” (1936) aus dem Spanischen Bürgerkrieg gibt bis heute Rätsel auf: Wer war dieser Soldat? Wie gelang Capa die präzise Aufnahme des Kopfschusses?
Tatsächlich war bislang nur ein Bruchteil von Capas Aufnahmen aus dem Spanischen Bürgerkrieg bekannt. Capa hatte einen Koffer mit rund 3.000 Negativen 1940 in Paris verloren; er ging bis zu seinem Tod davon aus, dass der Koffer mitsamt seines Inhalts zerstört worden war. Wie sich jüngst herausstellte, stimmt das nicht: Der Koffer gelangte nach Marseille; von dort aus nahm ihn ein mexikanischer General mit nach Mexiko-Stadt, wo er mehr als fünfzig Jahre versteckt blieb.
Der Fund könnte sich als wahrer Schatz entpuppen: Capa, der Prototyp des Kriegsreporters, schoss im Spanischen Bürgerkrieg unbestritten seine besten Bilder. In späteren Jahren kokettierte er häufig mit seinem eigenen Macho-Image; letztlich führte es ihn in den Tod, als er 1954 in Vietnam auf eine Landmine trat.
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Brassai (1899-1984) war einer der einflussreichsten Fotografen der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts - und ist, leider, der breiten Öffentlichkeit nie so bekannt geworden wie Henri Cartier-Bresson oder Man Ray.
Der gebürtige Ungar verbrachte nahezu sein ganzes Leben in Frankreich; und davon wiederum den größten Teil in Paris. Sein Paris-Buch “Paris de nuit” ist einer der schönsten Bildbände überhaupt; Brassai gelingen darin technisch anspruchsvolle Nachtaufnahmen von flirrender Schönheit. Im Gegensatz zu anderen Paris-Fotografen wie Doisneau oder Cartier-Bresson legte Brassai großen Wert auf ungeschminkte, relativ schlichte Alltagsszenen. Seine Arbeiten erzählen selten eine Geschichte - meist reflektieren sie die magische, melancholische Atmosphäre der Straßen und Plätze.
Das Los großer, aber unbekannter Fotografen ist es, schwer zugänglich zu sein - und zwar im wörtlichen Sinn: Brassai-Bände sind bis heute teuer und manchmal sogar schwer aufzutreiben. Umso mehr lohnt es sich! Wer “Paris de nuit” durchblättert, wird nie wieder Cartier-Bresson sehen können, ohne den maßgeblichen Einfluss Brassais in seiner Kunst zu erkennen.
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Herb Ritts war der Großmeister Aktfotografie und Celebrity-Fotografie, egal ob er Madonna oder den Dalai Lama fotografierte. Nie waren seine Aufnahmen mit nebensächlichen oder dekorativen Dingen überfrachtet. Stets stehen der Mensch und sein Körper als das Wesentliche im Mittelpunkt seiner Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Wer sich von Herb Ritts fotografieren ließ, konnte sicher sein, hocherotisch und auf laszive Art und Weise in Szene gesetzt zu werden.
Damals, im Jahre 1978, verschaffte ihm ein spontanes Foto von einem Freund die Chance, statt im Möbelgeschäft seiner Eltern fortan als Celebrity-Fotograf sein Geld zu verdienen. Dieser Jemand war der zu der Zeit noch unbekannte Schauspieler Richard Gere. Beim Reifenwechsel-Stopp an einer Tankstelle fotografierte er den verschwitzten Schauspieler in Jeans und Tank-Top, eine Kippe lässig im Mundwinkel. Als Gere 1980 mit dem Film “American Gigolo” bekannt wurde, druckten “Vogue”, “Esquire” und “Elle” das Bild. Plötzlich hatte der Fotograf nicht nur einige Schecks im Briefkasten, sondern auch weitere Fotoaufträge. Ritts nahm an - und verschwieg, dass er bis dahin eigentlich reiner Hobbyknipser war. Die Liste der Stars und Models, mit denen Ritts in den Achtzigern und Neunzigern schließlich zusammenarbeitete, liest sich wie ein Verzeichnis der Popkultur. Top-Models, wie Cindy Crawford und Laetitia Casta, zogen sich vor seiner Kamera erstmals für die Öffentlichkeit aus. Über Jahre hinweg machte er Bilder und Videos für Madonna, darunter auch das berühmte Coverfoto ihrer “True Blue”-LP. Dazu kamen diverse Werbekampagnen für die großen Mode-Designer und Fotosessions mit Politikern und Geistesgrößen wie Michail Gorbatschow und dem Dalai Lama. Die Künstlichkeit seiner Inszenierungen und die kühle Erotik von Ritts’ Ästhetik trafen jedoch nicht jedermanns Geschmack. Kritiker bemängelten, dass der Fotograf der Glamourwelt überdimensionale Ikonen schuf, anstatt den schönen Schein der Popkultur zu hinterfragen.
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Bernd und Hilla Becher sind diejenigen, die die Düsseldorfer Schule und auch somit die zeitgenössische Fotografie in Deutschland begründeten. Im Zentrum ihrer Arbeit stand nicht, wie so oft, das menschliche, sondern die Industrie.
Ähnlich wie Archäologen, begannen Hilla und Bernd Becher das Erbe der industriellen Revolution in Europa und den USA fotografisch zu dokumentieren. Förderanlagen, Wassertürme, sowie Gasbehälter, Getreidesilos und Fachwerkhäuser wurden mehrfach nach strikten Regeln fotografiert. Die Schwarz-Weiß-Abzüge wurden in zu Serien zusammengestellt. Jene Serien zeigten schließlich, welche Ähnlichkeiten und Unterschiede innerhalb der jeweiligen Funktionskategorie vorhanden waren. Dieser sehr starke konzeptuelle Ansatz öffnete dem Duo in den 70er Jahren die Tür zur bildenden Kunst, bevor die Fotografie als solche in Europa überhaupt wahrgenommen wurde. Als Professoren an der Düsseldorfer Kunstakademie, hatten die Bechers als Lehrer von den heute weltbekannten Fotografen Andreas Gursky, Thomas Ruff, Thomas Struth und Candida Höfer einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung der zeitgenössischen Fotografie in Deutschland.
Bernd Becher, lebte von 1931 bis 2007 und studierte von 1953 bis 1956 Malerei und von 1959 bis 1961 Typographie. 1961 heiratete er Hilla Becher, die studierte Fotografin ist. Sie hatte schon als Kind mit dem Fotografieren begonnen und Bernd Becher malte bereits vor seinem Studium Industriedenkmäler. Die Fotografien der beiden werden betont sachlich konzipiert, auch indem zur Vermeidung starker Schatten regelmäßig bei bedecktem Himmel fotografiert wird. Die Komposition der Bilder lässt die Oberflächenstrukturen und den Aufbau der grundsätzlich mittig platzierten Bauten stark hervortreten. Das fotografische Schaffen von Bernd und Hilla Becher wurde recht früh der Konzeptkunst zugeordnet und brachte ihnen weltweit große Bekanntheit und Anerkennung.
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Selbst nannte sich der Fotograf Cecil Beaton einen „fanatischen Ästheten“, der seinen Lebensinn darin sah, all das Hässliche aus der Welt herauszuhalten.
Als einer der bemerkenswertesten Fotografen des 20. Jahrhunderts, ist Beaton berühmt für seine glamourösen Portraits von weltbekannten Gesichtern aus der Welt der Mode, der Literatur und des Films und seine mit viel dekorativem Aufwand in Szene gesetzten Modeaufnahmen. Er hat mit seiner Kamera ein halbes Jahrhundert belichtet, von den “Roaring twenties” bis zur Popkultur im “Swinging London” der 60er- und 70er-Jahre.
Kritiker werfen Beaton jedoch vor, er sei, bei aller handwerklichen Meisterschaft, weniger ein Neuerer gewesen als ein Dekorateur. Seine besten Aufnahmen von Adel und Prominenz gelangen ihm jedoch nicht nur durch sein technisches Spiel mit Licht und Schatten, sondern vor allem durch sein Spiel mit sich selbst als Fotograf.
Cecil Beaton wurde 1904 in London in eine Kaufmannsfamilie geboren. Nach Abbruch einer vom Vater gewünschten Ausbildung versuchte er sich als freischaffender Porträtfotograf. Und das mit Erfolg. In den 30er Jahren war er in den USA für Vogue und Harper’s Bazaar tätig. Ab 1937 stieg er dann zum Hoffotograf der britischen Königsfamilie auf, bis er schließlich 1972 von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen wurde. Während des zweiten Weltkrieges arbeitete er für das britische Informationsministerium in Afrika und dem Fernen Osten.
Mit der Kamera jedoch, wurde Beaton zum Pionier einer völlig neuen Porträtfotografie, die, detailversessen inszeniert und retuschiert, ihr Gegenüber nicht einfach abbildete, sondern es kunstvoll in seine Welt einwob.
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Der Fotograf Andreas Gursky, 52, ist der Superstar der globalen Fotokunst. Seine großformatigen Aufnahmen sind die teuersten weltweit und so begehrt, dass Sammler und Museen sie ihm förmlich aus den Händen reißen.
Das Bild “99 Cent” machte Andreas Gursky zum teuersten Fotografen der Gegenwart. 2006 wurde es für den Rekordpreis von 2,25 Millionen US-Dollar versteigert. Es ist vor allem eine überraschende, neue Seh-Erfahrung, die so nachhaltig beeindruckt. Der Meister des zweiten Blicks steuert die Wahrnehmung seiner Bilder durch eine ausgefeilte Choreografie der Dinge und Figuren: “Meine Bilder sind immer von zwei Seiten komponiert. Sie sind aus extremer Nahsicht bis ins kleinste Detail lesbar. Aus der Distanz werden sie zu Megazeichen.”
Unverkennbar in seinem Werk ist der Einfluss von Bernd und Hilla Bechers dokumentarischer Praxis. Er stellt unter anderem vorzugsweise Landschaften, Architektur und Innenräume dar. Gursky fotografiert farbig, indem er die Farbe eher verhalten einsetzt, mit den technischen Möglichkeiten des Großformats eine hohe Präzision der Abbildung erreicht und mit dem Werkzeug Computer gestützter Bildbearbeitung jedoch in die Abbildung eingreift. So erzeugt er in zahlreichen Aufnahmen künstliche Wirkungen, die auf Montagen beruhen. Stehen hier medienkritische Verfahren im Vordergrund, wendet er sich mit anderen Sujets kritisch der Konsum- und Produktionswelt. All seinen Arbeiten sind Fragen an die Moderne gemeinsam, ob Konsum, Architektur, Landschaftsgestaltung oder Popkultur.
Sein distanzierter Blick, verstärkt durch die Präzision des Großformats der Kamera, bezieht sich gleichsam auf die Anonymität moderner Existenz und die Austauschbarkeit von Plätzen und Orten in den modernen Industriegesellschaften. Typisch für Gurskys Vorgehen ist ferner, dass den Aufnahmen ein zentraler Gegenstand fehlt. Alle Details scheinen gleich bedeutend zu sein. Auffallend ist gleichermaßen die ausgesprochen ästhetische Inszenierung der Objekte, ihre ausgewogene Farbigkeit ebenso wie der harmonische Bildaufbau, den digitale Eingriffe oft verstärken.
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Die Zeitschrift ARTnews erkor die Künstlerin und Fotografin zu einer der „10 besten lebenden Künstler.“ Und diesen Titel trägt sie zu Recht!
Bekannt ist Cindy Sherman vor allem für ihre Fotoserien, in denen sie sich konzeptuell mit Fragen der Identität, Rollenbildern, Körperlichkeit und Sexualität beschäftigt.
Wie ein roter Faden ziehen sich die fotografischen Selbstporträts in unterschiedlichen Kostümierungen durch ihr Werk. Für die noch während ihrer Studienzeit entstandene Serie „Bus Riders“ (1976) verkleidete sie sich als Frauen verschiedenen Alters, Hautfarbe und sozialer Herkunft. Wie ein Fahrgast in einem Bus sitzt jede dieser fiktiven Frauen auf einem Stuhl vor einer kahlen Wand. Schon bei diesen frühen Fotografien bemüht sich die Künstlerin, das Rollenspiel bis ins kleinste Detail der Körperhaltung zu treiben.
Shermans berühmtesten Arbeiten dürften mittlerweile die sogenannten „Untitled Film Stills“ (1977-1980) sein. In den 69 nummerierten, aber nicht einzeln betitelten Fotografien inszeniert sie sich als blonde Schauspielerin in fiktiven Filmszenen und hält sie an bestimmten Stellen an (Filmstills). Die Schwarzweiß-Fotografien ähneln den klischeehaften, dramatischen und plakativen Frames von B-Movies der 40er und 50er Jahre. Ein Abzug der vollständigen Serie wurde im Dezember 1995 vom Museum of Modern Art für den Rekordpreis von über einer Million Dollar erworben und 1997 mit einer Einzelausstellung gewürdigt. Zur gleichen Zeit entstanden auch die farbigen „Rear-Screen Projections“ von 1980, deren Inszenierung den “Film Stills” sehr ähnlich ist. Sherman benutzte dafür die filmische Technik der Rückprojektion, um den Hintergrund der Szene flach und künstlich wirken zu lassen.
Cindy Sherman wurde 1954 im US-Bundesstaat New Jersey geboren und entdeckte ihre künstlerischen Neigungen erst im Studium an der State University of New York in Buffalo. Dort begann sie mit Malerei, entdeckte für sich jedoch bald die Fotografie als künstlerisches Medium. 1976 machte sie ihren College-Abschluss und zog anschließend nach New York, wo sie bis heute lebt.
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René Burri, geboren 1933 in Zürich, gehört zu den international bedeutendsten Fotografen unserer Zeit. Das Porträt vom Zigarre rauchenden Che Guevara wurde zur absoluten Ikone. Auch die Bildserien von Picasso, Le Corbusier und brasilianischer Architektur haben ebenso weltweit große Beachtung gefunden.
Sein erstes Foto einer prominenten Person machte René Burri im Alter von 13 Jahren in Zürich von Winston Churchill. Im Jahre 1950 begann er dann seine Ausbildung zum Fotografen an der Kunstgewerbeschule in Zürich, wo er unter anderem bei Hans Finsler lernte. Seit 1959 unternimmt er als Mitglied der Agentur Magnum unzählige Reisen an die Schauplätze des Weltgeschehens. Es entstehen kraftvolle Bildreportagen historischer Begebenheiten sowie Momentaufnahmen des Alltags. Seine ersten Bildberichte wurden in Schweizer Zeitschriften gedruckt. Mit seiner internationalen Tätigkeit in unterschiedlichsten Genres des Fotojournalismus wurden seine Bildberichte immer mehr in international renommierten Magazinen wie Look, Paris Match, Life, Stern und GEO veröffentlicht.
1960 trat René Burri mit seiner Aufsehen erregenden Reportage und Ausstellung „Die Deutschen“ an die Öffentlichkeit. Durch seine politische Neutralität als Schweizer hatte er die Möglichkeit, Bilder sowohl in der DDR als auch in Westdeutschland aufzunehmen und so die beiden Seiten des geteilten Deutschland aus einem einheitlichen neutralen und unbefangenen Blickwinkel darzustellen. Dieses Material verarbeitete er später zu einem Buch (Erstauflage 1962), dessen Neuauflagen er bis in die Neunziger Jahre um aktuelle Fotos, unter anderem des Falls der Berliner Mauer, ergänzte. Damit ist ihm wohl als Einzigem der Versuch geglückt, ein gültiges Bild Deutschlands vor und nach dem Mauerbau sowie vor und nach dem Mauerfall zu zeigen.
Dennoch gilt René Burri als Menschenfotograf, was besagen will, dass er in seinen Bildern immer den Menschen in den Mittelpunkt stellt, beziehungsweise immer auch die menschliche Seite zeigt.
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Wen hatte er noch nicht vor der Linse? Der Fotograf David LaChapelle hat wohl schon jede Berühmtheit unserer Zeit durch seine Kamera hindurch gesehen und abgelichtet.
Prominente reißen sich förmlich darum, einmal vor David LaChapelles Kamera posieren zu dürfen. Jenes Privileg genossen bereits Bekanntheiten, wie unter anderem Mariah Carey, Naomi Campbell, Eminem, Courtney Love, Lil’ Kim, Britney Spears, Tom Jones, David Beckham, Whitney Houston, Madonna, Keith Richards. Als wäre dies nicht schon genug, führte er des Weiteren auch Regie in einigen Musikvideos von Musikern, wie Christina Aguilera, Jennifer Lopez, No Doubt, Avril Lavigne, Moby, Elton John und den Dandy Warhols. Sein Stil ist so beliebt, weil er seine Motive dynamisch, schrill und bunt darstellt, als wären sie Träume.
David LaChapelle wurde in den sechziger Jahren im US-Bundesstaat Connecticut geboren und studierte an der Art Student’s League und der School Of Visual Arts. Kein geringerer als Andy Warhol verschaffte ihm noch während er mitten in seiner Ausbildung steckte, seinen ersten Auftrag. Damals, in den achtziger Jahren, sollte er für Andy Warhols Interview-Magazine als Fotograf arbeiten. Im Jahre 2005 erschien sein erster Film „Rize“, einem Dokumentarfilm über die urbane Tanzkultur in den Schwarzenvierteln von Los Angeles. Durch seine große Affinität zum Musikbusiness erschließt sich seine Kunst einem enorm großen Publikum, das vom einfachen Hiphop-Fan zum Galeristen reicht.
Da er sich der kommerziellen Welt sehr gut verkaufen kann, gehört David LaChapelle inzwischen zu den erfolgreichsten Kunstfotografen unserer Zeit.
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Sie ist überall. Sowohl in Zeitschriften, als auch großformatig auf Werbetafeln, die die Straßen der Städte flankieren. Sind diese Modefotografien nur ein Werbemittel oder erfüllen sie auch die Ansprüche der Kunstfotografie?
Das Produkt allein, wie zum Beispiel eine neue Tasche einer Modefirma, kann sich schon längst nicht mehr von selbst vermarkten. Es bedarf immer eines Mediums als Werbeträger, wie beispielsweise die Models, die sich in elegant verruchten Positionen über die Werbefläche legen, um dem Produkt die notwendige Inszenierung zu ermöglichen. So gelingt oft die direkte Verbindung von bestimmten Produkten mit dem Bildinhalt. Ohne das Werbebild könnte der potenzielle Käufer des Produkts die Tasche zum Beispiel nicht direkt zeitlich einordnen und somit wissen, wie aktuell das Modell ist. Die Modefotografie schafft zum Großteil das Image, dass das Modestück in der Öffentlichkeit ausstrahlt und kann die Verbreitung am direktesten steuern.
Doch Modefotografien müssen nicht nur den Marketingansprüchen genügen, sondern insbesondere auch der Kunstfotografie. Die Mode muss richtig interpretiert und im passenden Licht, in der entsprechenden Atmosphäre und mit den geeigneten Personen abgebildet werden. Alles muss stimmig sein und für sich schon ein individuelles, qualitativ hochwertiges Bild sein, doch das Produkt darf dennoch nicht in den Hintergrund geraten. Es ist wichtig die Balance zwischen Eigenständigkeit und Präsentation und Inszenierung zu finden. Schließlich sollte eine neue Tasche der Marke Longchamp nicht einfach nur auf dem Bild platziert sein, wie ein C&A-Accessoire. Eher sollte sie aus einem an sich bereits schönen Bild hervorleuchten und sich subtil dem Betrachter zeigen, um sich schließlich dennoch in sein Gedächtnis prägen.
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