Kamerafokus

Digitalkameras, Spiegelreflexkameras & alles zur Fotografie
 


Die Zeitschrift ARTnews erkor die Künstlerin und Fotografin zu einer der „10 besten lebenden Künstler.“ Und diesen Titel trägt sie zu Recht!

Bekannt ist Cindy Sherman vor allem für ihre Fotoserien, in denen sie sich konzeptuell mit Fragen der Identität, Rollenbildern, Körperlichkeit und Sexualität beschäftigt.

Wie ein roter Faden ziehen sich die fotografischen Selbstporträts in unterschiedlichen Kostümierungen durch ihr Werk. Für die noch während ihrer Studienzeit entstandene Serie „Bus Riders“ (1976) verkleidete sie sich als Frauen verschiedenen Alters, Hautfarbe und sozialer Herkunft. Wie ein Fahrgast in einem Bus sitzt jede dieser fiktiven Frauen auf einem Stuhl vor einer kahlen Wand. Schon bei diesen frühen Fotografien bemüht sich die Künstlerin, das Rollenspiel bis ins kleinste Detail der Körperhaltung zu treiben.

Shermans berühmtesten Arbeiten dürften mittlerweile die sogenannten „Untitled Film Stills“ (1977-1980) sein. In den 69 nummerierten, aber nicht einzeln betitelten Fotografien inszeniert sie sich als blonde Schauspielerin in fiktiven Filmszenen und hält sie an bestimmten Stellen an (Filmstills). Die Schwarzweiß-Fotografien ähneln den klischeehaften, dramatischen und plakativen Frames von B-Movies der 40er und 50er Jahre. Ein Abzug der vollständigen Serie wurde im Dezember 1995 vom Museum of Modern Art für den Rekordpreis von über einer Million Dollar erworben und 1997 mit einer Einzelausstellung gewürdigt. Zur gleichen Zeit entstanden auch die farbigen „Rear-Screen Projections“ von 1980, deren Inszenierung den “Film Stills” sehr ähnlich ist. Sherman benutzte dafür die filmische Technik der Rückprojektion, um den Hintergrund der Szene flach und künstlich wirken zu lassen.

Cindy Sherman wurde 1954 im US-Bundesstaat New Jersey geboren und entdeckte ihre künstlerischen Neigungen erst im Studium an der State University of New York in Buffalo. Dort begann sie mit Malerei, entdeckte für sich jedoch bald die Fotografie als künstlerisches Medium. 1976 machte sie ihren College-Abschluss und zog anschließend nach New York, wo sie bis heute lebt.


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

René Burri

Autor: Anne
abgelegt in: berühmte Fotografen

René Burri, geboren 1933 in Zürich, gehört zu den international bedeutendsten Fotografen unserer Zeit. Das Porträt vom Zigarre rauchenden Che Guevara wurde zur absoluten Ikone. Auch die Bildserien von Picasso, Le Corbusier und brasilianischer Architektur haben ebenso weltweit große Beachtung gefunden.

Sein erstes Foto einer prominenten Person machte René Burri im Alter von 13 Jahren in Zürich von Winston Churchill. Im Jahre 1950 begann er dann seine Ausbildung zum Fotografen an der Kunstgewerbeschule in Zürich, wo er unter anderem bei Hans Finsler lernte. Seit 1959 unternimmt er als Mitglied der Agentur Magnum unzählige Reisen an die Schauplätze des Weltgeschehens. Es entstehen kraftvolle Bildreportagen historischer Begebenheiten sowie Momentaufnahmen des Alltags. Seine ersten Bildberichte wurden in Schweizer Zeitschriften gedruckt. Mit seiner internationalen Tätigkeit in unterschiedlichsten Genres des Fotojournalismus wurden seine Bildberichte immer mehr in international renommierten Magazinen wie Look, Paris Match, Life, Stern und GEO veröffentlicht.
1960 trat René Burri mit seiner Aufsehen erregenden Reportage und Ausstellung „Die Deutschen“ an die Öffentlichkeit. Durch seine politische Neutralität als Schweizer hatte er die Möglichkeit, Bilder sowohl in der DDR als auch in Westdeutschland aufzunehmen und so die beiden Seiten des geteilten Deutschland aus einem einheitlichen neutralen und unbefangenen Blickwinkel darzustellen. Dieses Material verarbeitete er später zu einem Buch (Erstauflage 1962), dessen Neuauflagen er bis in die Neunziger Jahre um aktuelle Fotos, unter anderem des Falls der Berliner Mauer, ergänzte. Damit ist ihm wohl als Einzigem der Versuch geglückt, ein gültiges Bild Deutschlands vor und nach dem Mauerbau sowie vor und nach dem Mauerfall zu zeigen.
Dennoch gilt René Burri als Menschenfotograf, was besagen will, dass er in seinen Bildern immer den Menschen in den Mittelpunkt stellt, beziehungsweise immer auch die menschliche Seite zeigt.


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

David LaChapelle

Autor: Anne
abgelegt in: berühmte Fotografen

Wen hatte er noch nicht vor der Linse? Der Fotograf David LaChapelle hat wohl schon jede Berühmtheit unserer Zeit durch seine Kamera hindurch gesehen und abgelichtet.

Prominente reißen sich förmlich darum, einmal vor David LaChapelles Kamera posieren zu dürfen. Jenes Privileg genossen bereits Bekanntheiten, wie unter anderem Mariah Carey, Naomi Campbell, Eminem, Courtney Love, Lil’ Kim, Britney Spears, Tom Jones, David Beckham, Whitney Houston, Madonna, Keith Richards. Als wäre dies nicht schon genug, führte er des Weiteren auch Regie in einigen Musikvideos von Musikern, wie Christina Aguilera, Jennifer Lopez, No Doubt, Avril Lavigne, Moby, Elton John und den Dandy Warhols. Sein Stil ist so beliebt, weil er seine Motive dynamisch, schrill und bunt darstellt, als wären sie Träume.
David LaChapelle wurde in den sechziger Jahren im US-Bundesstaat Connecticut geboren und studierte an der Art Student’s League und der School Of Visual Arts. Kein geringerer als Andy Warhol verschaffte ihm noch während er mitten in seiner Ausbildung steckte, seinen ersten Auftrag. Damals, in den achtziger Jahren, sollte er für Andy Warhols Interview-Magazine als Fotograf arbeiten. Im Jahre 2005 erschien sein erster Film „Rize“, einem Dokumentarfilm über die urbane Tanzkultur in den Schwarzenvierteln von Los Angeles. Durch seine große Affinität zum Musikbusiness erschließt sich seine Kunst einem enorm großen Publikum, das vom einfachen Hiphop-Fan zum Galeristen reicht.
Da er sich der kommerziellen Welt sehr gut verkaufen kann, gehört David LaChapelle inzwischen zu den erfolgreichsten Kunstfotografen unserer Zeit.


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

Sie ist überall. Sowohl in Zeitschriften, als auch großformatig auf Werbetafeln, die die Straßen der Städte flankieren. Sind diese Modefotografien nur ein Werbemittel oder erfüllen sie auch die Ansprüche der Kunstfotografie?

Das Produkt allein, wie zum Beispiel eine neue Tasche einer Modefirma, kann sich schon längst nicht mehr von selbst vermarkten. Es bedarf immer eines Mediums als Werbeträger, wie beispielsweise die Models, die sich in elegant verruchten Positionen über die Werbefläche legen, um dem Produkt die notwendige Inszenierung zu ermöglichen. So gelingt oft die direkte Verbindung von bestimmten Produkten mit dem Bildinhalt. Ohne das Werbebild könnte der potenzielle Käufer des Produkts die Tasche zum Beispiel nicht direkt zeitlich einordnen und somit wissen, wie aktuell das Modell ist. Die Modefotografie schafft zum Großteil das Image, dass das Modestück in der Öffentlichkeit ausstrahlt und kann die Verbreitung am direktesten steuern.
Doch Modefotografien müssen nicht nur den Marketingansprüchen genügen, sondern insbesondere auch der Kunstfotografie. Die Mode muss richtig interpretiert und im passenden Licht, in der entsprechenden Atmosphäre und mit den geeigneten Personen abgebildet werden. Alles muss stimmig sein und für sich schon ein individuelles, qualitativ hochwertiges Bild sein, doch das Produkt darf dennoch nicht in den Hintergrund geraten. Es ist wichtig die Balance zwischen Eigenständigkeit und Präsentation und Inszenierung zu finden. Schließlich sollte eine neue Tasche der Marke Longchamp nicht einfach nur auf dem Bild platziert sein, wie ein C&A-Accessoire. Eher sollte sie aus einem an sich bereits schönen Bild hervorleuchten und sich subtil dem Betrachter zeigen, um sich schließlich dennoch in sein Gedächtnis prägen.


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

Warum man von Freunden und Verwandten selten schöne Portraitaufnahmen machen kann.

„Du, mach mal ein paar schicke Fotos von mir, damit ich mich mal mit ein paar schöneren Bildern bewerben kann, als den alten Passbildern.“ Das hört man gerne und sagt zu. Diesen Entschluss bereut man jedoch bereits nach wenigen Momenten, die im Shooting vergehen. Die Person vor der Kamera, streckt den Oberkörper in die Höhe, zupft unbeholfen an Kleidung und Haar herum und formt im Gesicht ein gequältes und steifes Lächeln. Nein, so kann das nicht gehen, denken wir und versuchen Anweisungen zu geben. „Äh, dreh mal deinen Kopf so schräg, und neig ihn mal ein bisschen. Nee, so nicht. Kannst du nicht anders gucken?“ Und so weiter. Es entsteht ein ewiges Gefuchtel und Versuche, mal „ganz natürlich“ auszusehen.
Die Lösung? Nun gut, am einfachsten wäre es, keine Personen abzulichten, denen man nahe steht, denn immer wird einer von beiden finden, dass der zu portraitierende Mensch nicht gut getroffen ist. Das ist eine Möglichkeit. Die andere wäre, dass man den Fotos viel Zeit gibt, sich selbst zu ergeben. Man kann gemütlich und ungezwungen (denn das ist das Hauptproblem) da sitzen und sich unterhalten und hin und wieder, kann ein Foto nebenbei geschossen werden. Wichtig ist das Gespräch, denn ohne dies verstellt sich die andere Person zu sehr, da sie zu sehr bemüht ist, auf eine bestimmte Art zu wirken. Die andere Person sollte nicht zu sehr der Kamera gegenüber stehen, sondern eher dem Fotografen, der versucht den anderen sachte zu einem richtigen Motiv zu dirigieren.


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

Der Künstler Thomas Ruff hatte bei der Biennale 2005 in Venedig einen sehr prominenten Ausstellungsplatz. Und das nicht zu Unrecht!

Steht man vor einem der großformatigen Bildern der Serie „jpeg“ von Thomas Ruff, so steht man vor einem Teppich aus quadratischen Farbflächen. Schön, denkt man sich und hakt diese Bilder als abstrakte Fotografien ab. Tritt man aber weiter zurück, so erkennt man ein Motiv. Kitschige Blüten vor einem Tempel, romantische Sonnenstrahlen, die das Geäst des Waldes durchbrechen und mächtige Wasserfälle. Und alles komplett verpixelt, als hätte man ein kleines Bild bei der Google-Bildsuche gefunden und um das 100-fache vergrößert auf ein Plakat gedruckt. Nun, nichts Weiteres hat Thomas Ruff in der „jpeg“-Serie getan. Er stellt die Minderwertigkeit der Bildvorlagen komplett bloß und gibt den groben Pixeln, die die Informationen nun zum großen Teil zerstört haben, eine neue Bedeutung und formt sie zu einer pointillistischer Farbfeldfotografie. Thomas Ruff macht den Informationsverlust und die schlechte Qualität zum Hauptsujet seiner Bilder. Thomas Ruff wurde 1958 in Zell am Harmersbach geboren und studierte, wie seine Studienkollegen Andreas Gursky, Axel Hütte und Thomas Struth, als Schüler von Bernd und Hilla Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie. Berühmt wurde er unter anderem auch durch seine Fotoserie „Nude“ und gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Kunstfotografen Deutschlands.


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

Ausstellung Cartier-Bresson

Autor: Anne
abgelegt in: Ausstellungen

Cartier-Bresson in München

Die Ausstellung des New Yorker „Museum of Modern Art“ über das Frühwerk des berühmten Fotografen ist noch bis zum 27. Januar 2008 in der Versicherungskammer Bayern zu besichtigen.

Wer kennt seine Bilder nicht – den Mann, der im Sprung über eine riesige Pfütze erstarrt scheint; den Fahrradfahrer, der am Fuße einer bizarren Treppe vorbei rast ..?

Henri Cartier-Bresson war einer der einflussreichsten Fotografen des vergangenen Jahrhunderts und Gründungsmitglied der Magnum-Agentur.

Neben Brassai und Doisneau ist er einer der berühmtesten französischen Fotografen überhaupt. Nach seinem Tod im Jahr 2004 stellte das „Museum of Modern Art“ (MoMA) eine Ausstellung zu seinem Frühwerk zusammen. Letzteres enthält viele bisher unbekannte Werke aus den Archiven Cartier-Bressons, der die Fotografie Ende der Zwanziger für sich entdeckte. Seine erste Kamera war übrigens eine Leica. In München ist die Austellung für insgesamt vier Monate zu sehen, bis Ende Januar. Ein Muss für jeden Fotografie-Fan!


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

kürzlich kommentiert

    • Tom: Sehr guter Artikel für Anfänger.
    • Andreas: RAW Formate sind genial für die Nachbearbeitung. Hoffe es kommt auch im Videobereich bald Mal ein System...
    • april: danke für diesen tollen bericht, ich konnte als anfängerin viel infos lernen. und d7000, bist du leicht als...
    • ArtEve: Eve Arnold war eine tolle Fotografin! Micht nur weil sie M.M. fotografiert hat, sondern weil sie den Blick...
    • Joey: Zudem wird jeder angehende und forgeschrittene Fotografder sich gerne mit solchen Themen befasst feststellen,...

die letzten Beiträge

Bookmark & Feeds