Foto-Tipps

Winterlandschaften – kalt und wildromantisch

Das neue Jahr hat in weiten Teilen Deutschlands mit Schnee begonnen – Anlass genug, ein wenig Fotopraxis zu vermitteln, wie solche Landschaften in Szene gesetzt werden können.

ski or snow?©Flickr/Erazo-Fischer

Obiges Beispiel zeigt eine typische Winterszene, die Kameras in Automatikprogrammen meist an ihre Grenzen bringt: meist ist der Schnee völlig überblendet, während Gesichter in Schatten unkenntlich werden. Abhilfe ist mit den meisten Kameramodellen recht einfach. Nehmen wir uns einmal die EXIF-Daten des Bildes vor: die teilen uns mit, dass das Bild bei einer kleinen Blende (F22) und extrem kurzer Belichtungszeit (1/200s) mit kurzer Brennweite aufgenommen wurde. Eine längere Brennweite hätte zu einem unscharfen Hintergrund geführt, während hier Vordergrund und Hintergrund eine gleichmässige Schärfentiefe aufweisen – wer keine detailierten Einstellungen an seiner Kamera vornehmen kann, kann sich hier beispielsweise mit einem Sportprogramm, das ebenfalls mit kleinen Blendeneinstellungen und kurzen Belichtungen agiert, behelfen.

Besitzer einer Kamera mit Filtergewinde sollten die Anschaffung eines mehrfach vergüteten Polfilters in Erwägung ziehen – doch Vorsicht: wer hier spart, spart am Bild – Qualität hat hier leider auch ihren Preis, der sich jedoch in deutlich besseren Bildern auszahlt.

A cold winter day 3Doch die winterlichen Landschaften laden auch zu Experimenten ein: so lässt sich rechts stehendes Bild mittels High Key-Technik, also einer vorsätzlich sehr hellen, jedoch nicht überbelichteten Technik und anschließender Entsättigung in der Bildbearbeitung zu einer kontrastreichen stimmungsvollen Impression verwandeln.

A cold winter day 2Doch auch mittels Low-Key lassen sich stimmungsvolle Effekte zaubern.
Wird ein Motiv vorsätzlich sanft unterblichtet, können im Anschluss atemberaubende Kontraste entstehen, die harmlose Schneewolken zu sich gefährlich auftürmenden Wolken heranwachsen lassen und der Landschaft einen bedrohlichen Ausdruck verleihen.

Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt – außer durch die Experimentierfreude desjenigen, der die Kamera bedient. Letztlich ist, egal für welchen Kameratyp, ohnehin nur eines wichtig: die Kamera darf den Winterfreuden nur jeweils sehr kurz ausgesetzt werden. Kompaktkameras sind am besten innerhalb der Jacke aufgehoben, während sich bei DSLR-Modellen anbietet, die Kameratasche mit einem handelsüblichen Handwärmer auszustatten, damit sich möglichst kein Kondenswasser bildet, das schon nach kurzer Zeit den Tod der Kamera und damit vermutlich auch das Ende des Vergnügens im Schnee bedeuten kann.

Auf ein frohes neues Jahr voller wunderschöner Fotografien!