James Nachtwey ist wohl der bedeutendste und erfoglreichste Kriegsfotograf unserer Zeit.
Bürgerkriege, Vertreibungen und Hungersnöte aber auch soziale Katastrophen versucht der Fotograf James Nachtwey so nah und echt wie nur möglich in Bildern festzuhalten. Ob in den Waisenhäusern Rumäniens, den Bürgerkriegen in Sudan und Somalia, den Völkermorden in Bosnien und Ruanda, dem Vernichtungskrieg der Russen in Tschetschenien, ob in Afghanistan, Irak oder im Nahen Osten, James Nachtwey war immer dabei. Neben Bildern von tiefem Hass und unermesslichem Leiden zeugen viele der Fotos von mitmenschlicher Anteilnahme jenseits aller Vorurteile, der Sehnsucht nach Frieden, Verständigung und einem menschenwürdigen Miteinander. Nachtweys Bilder sind schnörkellos klar auf den Augenblick gerichtet. Auch wenn manches außerhalb des Blickfelds bleibt, ist alles in jeder Nuance spürbar, so als ob man direkt am Ort des Geschehens wäre und die Szenen unmittelbar mitbekommen würde. In den zahlreichen Gefahrsituationen entscheidet jeder Moment über die Bilder und vor allem auch über das eigene Leben. Seine Arbeit ist jedoch auch umstritten. So kritisiert Richard B. Woodward in The Village Voice, Nachtwey bilde den Schrecken von Krieg und Tod als „ästhetisches Wunder“ ab. Nachtwey sei eben so anti-war wie der Modefotograf Herb Ritts anti-fashion sei. Er wirft dem Fotografen vor, bei dem sensationslüsternen Publikum den „Appetit“ auf immer grauenvollere Bilder zu befriedigen. Deshalb sprechen einige Kritiker im Zusammenhang mit Nachtweys Kriegsfotos auch von sogenannter „war pornography“.
Dennoch gelingen ihm Bilder, die über den Tag hinaus wirken und er macht seine Arbeit scheinbar mit einer solchen bescheidenen und stillen Gelassenheit eines Menschen, der tut, was er für richtig hält.
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Der Fotograf Andreas Gursky, 52, ist der Superstar der globalen Fotokunst. Seine großformatigen Aufnahmen sind die teuersten weltweit und so begehrt, dass Sammler und Museen sie ihm förmlich aus den Händen reißen.
Das Bild “99 Cent” machte Andreas Gursky zum teuersten Fotografen der Gegenwart. 2006 wurde es für den Rekordpreis von 2,25 Millionen US-Dollar versteigert. Es ist vor allem eine überraschende, neue Seh-Erfahrung, die so nachhaltig beeindruckt. Der Meister des zweiten Blicks steuert die Wahrnehmung seiner Bilder durch eine ausgefeilte Choreografie der Dinge und Figuren: “Meine Bilder sind immer von zwei Seiten komponiert. Sie sind aus extremer Nahsicht bis ins kleinste Detail lesbar. Aus der Distanz werden sie zu Megazeichen.”
Unverkennbar in seinem Werk ist der Einfluss von Bernd und Hilla Bechers dokumentarischer Praxis. Er stellt unter anderem vorzugsweise Landschaften, Architektur und Innenräume dar. Gursky fotografiert farbig, indem er die Farbe eher verhalten einsetzt, mit den technischen Möglichkeiten des Großformats eine hohe Präzision der Abbildung erreicht und mit dem Werkzeug Computer gestützter Bildbearbeitung jedoch in die Abbildung eingreift. So erzeugt er in zahlreichen Aufnahmen künstliche Wirkungen, die auf Montagen beruhen. Stehen hier medienkritische Verfahren im Vordergrund, wendet er sich mit anderen Sujets kritisch der Konsum- und Produktionswelt. All seinen Arbeiten sind Fragen an die Moderne gemeinsam, ob Konsum, Architektur, Landschaftsgestaltung oder Popkultur.
Sein distanzierter Blick, verstärkt durch die Präzision des Großformats der Kamera, bezieht sich gleichsam auf die Anonymität moderner Existenz und die Austauschbarkeit von Plätzen und Orten in den modernen Industriegesellschaften. Typisch für Gurskys Vorgehen ist ferner, dass den Aufnahmen ein zentraler Gegenstand fehlt. Alle Details scheinen gleich bedeutend zu sein. Auffallend ist gleichermaßen die ausgesprochen ästhetische Inszenierung der Objekte, ihre ausgewogene Farbigkeit ebenso wie der harmonische Bildaufbau, den digitale Eingriffe oft verstärken.
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Die Zeitschrift ARTnews erkor die Künstlerin und Fotografin zu einer der „10 besten lebenden Künstler.“ Und diesen Titel trägt sie zu Recht!
Bekannt ist Cindy Sherman vor allem für ihre Fotoserien, in denen sie sich konzeptuell mit Fragen der Identität, Rollenbildern, Körperlichkeit und Sexualität beschäftigt.
Wie ein roter Faden ziehen sich die fotografischen Selbstporträts in unterschiedlichen Kostümierungen durch ihr Werk. Für die noch während ihrer Studienzeit entstandene Serie „Bus Riders“ (1976) verkleidete sie sich als Frauen verschiedenen Alters, Hautfarbe und sozialer Herkunft. Wie ein Fahrgast in einem Bus sitzt jede dieser fiktiven Frauen auf einem Stuhl vor einer kahlen Wand. Schon bei diesen frühen Fotografien bemüht sich die Künstlerin, das Rollenspiel bis ins kleinste Detail der Körperhaltung zu treiben.
Shermans berühmtesten Arbeiten dürften mittlerweile die sogenannten „Untitled Film Stills“ (1977-1980) sein. In den 69 nummerierten, aber nicht einzeln betitelten Fotografien inszeniert sie sich als blonde Schauspielerin in fiktiven Filmszenen und hält sie an bestimmten Stellen an (Filmstills). Die Schwarzweiß-Fotografien ähneln den klischeehaften, dramatischen und plakativen Frames von B-Movies der 40er und 50er Jahre. Ein Abzug der vollständigen Serie wurde im Dezember 1995 vom Museum of Modern Art für den Rekordpreis von über einer Million Dollar erworben und 1997 mit einer Einzelausstellung gewürdigt. Zur gleichen Zeit entstanden auch die farbigen „Rear-Screen Projections“ von 1980, deren Inszenierung den “Film Stills” sehr ähnlich ist. Sherman benutzte dafür die filmische Technik der Rückprojektion, um den Hintergrund der Szene flach und künstlich wirken zu lassen.
Cindy Sherman wurde 1954 im US-Bundesstaat New Jersey geboren und entdeckte ihre künstlerischen Neigungen erst im Studium an der State University of New York in Buffalo. Dort begann sie mit Malerei, entdeckte für sich jedoch bald die Fotografie als künstlerisches Medium. 1976 machte sie ihren College-Abschluss und zog anschließend nach New York, wo sie bis heute lebt.
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René Burri, geboren 1933 in Zürich, gehört zu den international bedeutendsten Fotografen unserer Zeit. Das Porträt vom Zigarre rauchenden Che Guevara wurde zur absoluten Ikone. Auch die Bildserien von Picasso, Le Corbusier und brasilianischer Architektur haben ebenso weltweit große Beachtung gefunden.
Sein erstes Foto einer prominenten Person machte René Burri im Alter von 13 Jahren in Zürich von Winston Churchill. Im Jahre 1950 begann er dann seine Ausbildung zum Fotografen an der Kunstgewerbeschule in Zürich, wo er unter anderem bei Hans Finsler lernte. Seit 1959 unternimmt er als Mitglied der Agentur Magnum unzählige Reisen an die Schauplätze des Weltgeschehens. Es entstehen kraftvolle Bildreportagen historischer Begebenheiten sowie Momentaufnahmen des Alltags. Seine ersten Bildberichte wurden in Schweizer Zeitschriften gedruckt. Mit seiner internationalen Tätigkeit in unterschiedlichsten Genres des Fotojournalismus wurden seine Bildberichte immer mehr in international renommierten Magazinen wie Look, Paris Match, Life, Stern und GEO veröffentlicht.
1960 trat René Burri mit seiner Aufsehen erregenden Reportage und Ausstellung „Die Deutschen“ an die Öffentlichkeit. Durch seine politische Neutralität als Schweizer hatte er die Möglichkeit, Bilder sowohl in der DDR als auch in Westdeutschland aufzunehmen und so die beiden Seiten des geteilten Deutschland aus einem einheitlichen neutralen und unbefangenen Blickwinkel darzustellen. Dieses Material verarbeitete er später zu einem Buch (Erstauflage 1962), dessen Neuauflagen er bis in die Neunziger Jahre um aktuelle Fotos, unter anderem des Falls der Berliner Mauer, ergänzte. Damit ist ihm wohl als Einzigem der Versuch geglückt, ein gültiges Bild Deutschlands vor und nach dem Mauerbau sowie vor und nach dem Mauerfall zu zeigen.
Dennoch gilt René Burri als Menschenfotograf, was besagen will, dass er in seinen Bildern immer den Menschen in den Mittelpunkt stellt, beziehungsweise immer auch die menschliche Seite zeigt.
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Wen hatte er noch nicht vor der Linse? Der Fotograf David LaChapelle hat wohl schon jede Berühmtheit unserer Zeit durch seine Kamera hindurch gesehen und abgelichtet.
Prominente reißen sich förmlich darum, einmal vor David LaChapelles Kamera posieren zu dürfen. Jenes Privileg genossen bereits Bekanntheiten, wie unter anderem Mariah Carey, Naomi Campbell, Eminem, Courtney Love, Lil’ Kim, Britney Spears, Tom Jones, David Beckham, Whitney Houston, Madonna, Keith Richards. Als wäre dies nicht schon genug, führte er des Weiteren auch Regie in einigen Musikvideos von Musikern, wie Christina Aguilera, Jennifer Lopez, No Doubt, Avril Lavigne, Moby, Elton John und den Dandy Warhols. Sein Stil ist so beliebt, weil er seine Motive dynamisch, schrill und bunt darstellt, als wären sie Träume.
David LaChapelle wurde in den sechziger Jahren im US-Bundesstaat Connecticut geboren und studierte an der Art Student’s League und der School Of Visual Arts. Kein geringerer als Andy Warhol verschaffte ihm noch während er mitten in seiner Ausbildung steckte, seinen ersten Auftrag. Damals, in den achtziger Jahren, sollte er für Andy Warhols Interview-Magazine als Fotograf arbeiten. Im Jahre 2005 erschien sein erster Film „Rize“, einem Dokumentarfilm über die urbane Tanzkultur in den Schwarzenvierteln von Los Angeles. Durch seine große Affinität zum Musikbusiness erschließt sich seine Kunst einem enorm großen Publikum, das vom einfachen Hiphop-Fan zum Galeristen reicht.
Da er sich der kommerziellen Welt sehr gut verkaufen kann, gehört David LaChapelle inzwischen zu den erfolgreichsten Kunstfotografen unserer Zeit.
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Der Künstler Thomas Ruff hatte bei der Biennale 2005 in Venedig einen sehr prominenten Ausstellungsplatz. Und das nicht zu Unrecht!
Steht man vor einem der großformatigen Bildern der Serie „jpeg“ von Thomas Ruff, so steht man vor einem Teppich aus quadratischen Farbflächen. Schön, denkt man sich und hakt diese Bilder als abstrakte Fotografien ab. Tritt man aber weiter zurück, so erkennt man ein Motiv. Kitschige Blüten vor einem Tempel, romantische Sonnenstrahlen, die das Geäst des Waldes durchbrechen und mächtige Wasserfälle. Und alles komplett verpixelt, als hätte man ein kleines Bild bei der Google-Bildsuche gefunden und um das 100-fache vergrößert auf ein Plakat gedruckt. Nun, nichts Weiteres hat Thomas Ruff in der „jpeg“-Serie getan. Er stellt die Minderwertigkeit der Bildvorlagen komplett bloß und gibt den groben Pixeln, die die Informationen nun zum großen Teil zerstört haben, eine neue Bedeutung und formt sie zu einer pointillistischer Farbfeldfotografie. Thomas Ruff macht den Informationsverlust und die schlechte Qualität zum Hauptsujet seiner Bilder. Thomas Ruff wurde 1958 in Zell am Harmersbach geboren und studierte, wie seine Studienkollegen Andreas Gursky, Axel Hütte und Thomas Struth, als Schüler von Bernd und Hilla Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie. Berühmt wurde er unter anderem auch durch seine Fotoserie „Nude“ und gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Kunstfotografen Deutschlands.
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