Kameramodelle

Größere Kompaktkameras – eine Alternative zur DSLR?

Neben den kleinen Kompaktkameras gibt es auch die etwas größeren Vertreter, die dem Fotografen mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten schon mehr Einfluss auf die Bildgestaltung nehmen lassen. Doch sind sie wirklich eine Alternative zur hochwertigen Spiegelreflexkamera?

Fakt ist einmal, dass sich die Bedienung stark an die der DSLR anlehnt. Ein optischer Bildstabilisator, Blitzanschluss oder Zeit- bzw. Blendenautomatik sind schon ein guter Anfang um hochwertige Fotos zu machen. Dennoch ist das manuelle Arbeiten und Einstellen der Funktionen aufgrund ihrer Kompaktheit nicht so komfortabel und intuitiv wie bei Bridge Kameras. Bei guten Lichtverhältnissen erzielen sie jedoch gute Ergebnisse, die sich durchaus mit denen von hochwertigen Kameras messen können. Gerade die interne Bildbearbeitung ist auf einen sofortigen Ausdruck ausgelegt, was aber auch ein Nachteil sein kann, wenn die Bilder noch nachbearbeitet werden sollen. Eine Schwäche ist hier aber auch das starke rauschen bei schlechten Lichtverhältnissen.

Gerade dieser Faktor macht eine DSLR unverzichtbar, wenn die Bilder auch bei Dämmerung oder Dunkelheit gut werden sollen. Auch die Einsteigermodelle haben bei hohen ISO Werten eine automatische rauschreduzierung und lassen sich mit lichtstärkeren Objektiven ergänzen.

Ein Kompromiss wären allerdings Kameras wie die Leica M9, die zwar eine Sucherkamera, dennoch überzeugt sie durch ausgereifte Technik. Anders als die meisten Kompaktkameras verfügt sie auch über Wechselobjektive, wodurch auch Nachtaufnahmen bzw. Langzeitbelichtungen möglich werden. Dadurch liegt sie im Preisbereich aber auch bei den der höherklassigen Spiegelreflexkameras. Ihre größte Stärke ist aber ihre intuitive Bedienung und der größere Sensor, wodurch ein besseres Rauschverhalten gegeben ist. Zudem löst sie sehr leise aus und ist auch sehr leicht, was keine DSLR toppen könnte.

Dennoch ist der größte Nachteil der Kompaktkameras ihr kleiner Sensor und die geringe Lichtstärke der Objektive. Beim Kauf deshalb darauf Priorität legen. Auf einen zu großem Zoom hingegen sollte nicht so viel Wert gelegt werden, da die Bilder bei voll ausgereiztem Zoom meist viel rauschen aufweisen oder schnell verwackeln.
Vorteilhaft sind sie jedoch bei der Makrofotografie. Ohne Vorsatzlinsen oder spezielle Objektive lassen sich kleine Dinge vergrößern. Meist muss dazu nur ein Motivprogramm eingestellt werden. Bei der Bildgestaltung muss hingegen beachtet werden, dass die Schärfentiefe sehr gering ist, also nur ein kleiner Bereich scharf dargestellt wird, so muss nah an das Objekt herangegangen werden.
Eine echte Alternative zur DSLR sind sie somit zwar nicht, dennoch eignen sie sich durchaus als Zweitkamera, wenn die große Schwester nicht immer mitgeschleppt werden will. Denn eine Digicam, auch eine hochwertige ist eher griffbereit und eingestellt als eine hochwertige DSLR, die auf eine Menüführung besteht.

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