Foto-Tipps

Fotos gekonnt entwerfen

Keine Kamera der Welt besitzt eine Motivklingel, die bei schönen Motiven laut losschrillt. Diese muss man sich schon selbst aneignen und einen Blick für Komposition und Gestaltung erlernen.

Um ein Foto ansprechend zu gestalten, ist vor allem der Bildausschnitt wichtig. Gerade in der Landschaftsfotografie kommt es darauf an, dass ein Foto aus Vorder,- Mittel- und Hintergrund besteht und diese ausgeglichen zueinander stehen. Um dies zu schulen, ist der klassische Fingerrahmen am besten geeignet. Da es aber sehr anstrengend sein kann, den Daumen länger abzuspreizen, können auch einfach zwei L-förmige Pappstücke verwendet werden.
Nun sucht man sich eine bemerkenswerte Einzelheit heraus, die den Blick fesselt. Dies kann etwas auffällig buntes, ein einfacher Traktor oder eine Holzhütte sein. Jetzt wird es im Pappsucher platziert. Allerdings niemals mittig, da dies ausgeglichen und langweilig ist. Besser ist, dem Auge eine Richtung zu geben, das Objekt also aus dem Bild herausfahren, es aus dem dunklen auftauchen oder von der Fläche erdrücken zu lassen. Der Rahmen hilft, alles Überflüssige auszublenden.
Des Weiteren kann dem Auge eine Richtung gegeben werden. Landschaftsaufnahmen etwa werden durch eine horizontale Linie spannend, eine Menschengruppe hingegen profitieren von einer Dreieckigen Anordnung. Ansteigende Diagonale lassen Spannung und Bewegung entstehen. Überhaupt wurden viele Gestaltungsregen für die Fotografie aus der Malerei übernommen. Deshalb kann man sich das Wissen von Da Vinci, Michelangelo und auch Rosso Fiorentino durchaus zu Nutze machen um den eigenen blick zu schulen.
Neben all den Linien darf aber die dritte Dimension, der Raum, nicht vernachlässigt werden. Am einfachsten ist das Spiel mit der Unschärfe (= kleiner Blendenwert), die dem Gehirn sagt, dass etwas weit weg ist. Ebenso hilfreich ist die Staffelung von Bildinhalten; etwa mit einem hellen Vorder- und dunklem Hintergrund. So fixiert sich der Blick auf die hellen Bildteile und nimmt die dunklen als räumliche Tiefe wahr. Denselben Effekt haben große und kleine Bildanteile; die großen stehen erfahrungsgemäß weiter vorn, während sie nach hinten immer kleiner werden.
Dies ist allerdings schon die nächste Stufe der Bildgestaltung. Um das Komponieren zu üben empfiehlt sich das Experimentieren mit Formen und Linien, so wie es der bekannte Fotograf Karl Blossfeldt erfolgreich umgesetzt hat.

(Werbung)